Bachelorarbeit Thomas Hauser

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Diplomand
Thomas Hauser
Betreuer
Prof. Dr. Jürg Speerli
Experte
Dr. Guido Lauber
Disziplin
Wasserbau
Jahr
2012
Eine neue Wehranlage für den Eugenisee
Wasserfassung und Entsanderanlage an der Engelberger Aa
Infolge eines Unwetters wurde die Gemeinde Engelberg im Jahre 2005 von einem Hochwasserereignis heimgesucht, das zu Schäden in weiten Teilen des Dorfs führte. Um in Zukunft einer Ausuferung der Engelberger Aa vorzubeugen, muss das Gerinne im Rahmen eines Hochwasserschutzkonzepts auf eine grössere Abflusskapazität ausgebaut werden.

Die geringe Kapazität der bestehenden Wehranlage bei der Fassung Eugenisee entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen und muss ausgebaut werden. Dieser Wehrausbau tangiert auch die bestehende Fassung Eugenisee (bestehend aus der Wasserfassung und den Sandfängen) – sie muss ebenfalls neu gebaut werden.

Technik und Ökologie
In einem Variantenstudium sind die verschiedenen Möglichkeiten zur Wehranlage Eugenisee und deren Fassung zu untersuchen. Neu soll auch der Erlenbach, der bis anhin direkt in den Eugenisee geleitet wurde, einen eigenen Sandfang erhalten. Die neue Wehranlage wird auf ein hundertjährliches Hochwasser (n-1 Regel) ausgelegt.
Neben technischen sind auch ökologische Überlegungen anzustellen. So ist ein natürliches Umgehungsgewässer zu planen, das die Restwassermenge im Unterlauf der Engelberger Aa gewährleistet und damit auch als Fischaufstiegsanlage funktioniert. Für die Bestvariante sind die hydraulischen Bauwerke auf Stufe Vorprojekt zu dimensionieren.

Fassung und Sandfänge
In einem Va­rian­tenstudium wurden die einzelnen Bauwerke analysiert und Empfehlungen zur Wahl der Bestvariante abgegeben. Es hat auf­gezeigt, dass die beiden Gewässer Engelberger Aa und Erlenbach nicht in denselben Sandfang geleitet werden können. Die Bestva­riante sieht zwei getrennte Langsandfänge vor. Wo die Unterwasserkanäle der Sandfänge die Umgehungsgewässer kreuzen, sind Düker notwendig.
Um den Bereich ökologisch aufzuwerten, wird vorgeschlagen, die technischen Bauwerke in den Untergrund zu verlegen. Somit entsteht zwischen dem See und den mit Erde eingedeckten Bauwerken eine Vertiefung, die natürlich anmutet und in der sich das Umgehungsgewässer ausbreiten kann. Bei der Wasserentnahme soll eine Kragschwelle zum Einsatz kommen, die das anfallende Geschiebe der Engelberger Aa vom Sandfang fernhält.

Drucksegmentschützen mit Klappe
Die im Variantenstudium empfohlene Bestva­riante wurde auf Stufe Vorprojekt ausgearbeitet. Für das Wehr werden zwei je 10 m breite Drucksegmentschützen mit aufgesetzter Klappe vorgeschlagen. Zusätzlich ist eine 2 m breite Spülschütze vorgesehen, ebenfalls als Druck-
segmentschütze. Die beiden Sandfänge weisen Abmessungen von 32 m bzw. 24 m Länge und
16 m bzw. 6 m Breite auf.
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