Bachelorarbeit Patrick Müller

Bild Diplomand
Diplomand
Patrick Müller
Dozent
Christoph Gemperle, Prof. Dipl. Bauing. ETH/SIA
Experte
Alesandre Fauchére, Dipl. Bauing. ETH/SIA
Disziplin
Konstruktiver Ingenieurbau/Stahlbau
Jahr
2010
Gleisüberführung analysiert und hindernisfrei ergänzt
Überprüfung und Anpassung einer SBB-Passerelle in Olten
In diesem Projekt sollten die Tragfähigkeit der bestehenden Stahlpasserelle über das Gleisfeld der SBB in Olten überprüft und allfällige Erhaltungsmassnahmen erstellt werden. Zusätzlich war ein konstruktiver Vorschlag für einen 
neuen, niveaulosen Übergang von der ebenfalls bestehenden Betonpasserelle zur Stahlpasserelle auszuarbeiten.

Die Überprüfung sollte aufzeigen, ob die gut 100-jährige Passerelle den heutigen Anforderungen gemäss SIA-Normen entspricht. Dafür standen die Entwürfe der SIA-Normen 269 zur Verfügung. Zu Beginn des Projektes wurde das Bauwerk bei einer Begehung visuell überprüft. Der neue Übergang sollte die beiden bestehenden Bauten möglichst direkt und niveaulos verbinden. Bei der geplanten Stahlkonstruktion wurde das Augenmerk auf die konstruktiven Details gelegt.

Objektbeschrieb

Die Stahlfachwerkpasserelle befindet sich nördlich vom Bahnhof Olten und wurde 1907 erstellt. Mit einer Gesamtlänge von 93.27 m ermöglicht sie es den Fussgängern, das Gleisfeld sicher zu überqueren. Sie ist 2.5 m breit und 2 m hoch. Halbrahmen in der Brückenkonstruktion stabilisieren das Fachwerk.

Visuelle Zustandserfassung

Die visuelle Zustandserfassung hat ergeben, dass der Zustand der Brücke im Allgemeinen sehr gut ist. Der Korrosionsschutz ist bis auf wenige kleine Stellen noch überall vollständig vorhanden. Es sind deshalb keine Sofortmassnahmen notwendig.

Statische Überprüfung

Die statische Überprüfung wurde gemäss den SIA-Normen 269 durchgeführt und ergab, dass die Tragsicherheit aller Bauteile gewährleistet ist. Weil jedoch nachträglich Absturzsicherungen angebracht wurden, hat sich die Windangriffsfläche vergrössert. Deshalb gelingt der Tragsicherheitsnachweis der Windverbände nur knapp. Ansonsten sind noch reichlich statische Reserven vorhanden.

Neue Passerelle

Die neue Passerelle soll einen niveaulosen Übergang ermöglichen. Die kostengünstigste Variante besteht darin, den Einfeldträger direkt zwischen die beiden bestehenden Brücken zu spannen – mit einer Länge von 14.6 m. Als Primärsystem werden 1.4 m hohe Blechträger gewählt. Die Fahrbahnplatte ist ein Stahlblech, das durch Rippen ausgesteift ist. Durch den biegesteifen Anschluss an den Blechträger entsteht ein Halbrahmen, der die Blechträger stabilisiert. Auf die Fahrbahnoberfläche wird eine rutschfeste Beschichtung aufgebracht. Die Entwässerung erfolgt über das Längsgefälle von 0.5 %.
Im Anschluss an die Betonpasserelle wird das bestehende Auflager verwendet, an der Nordseite werden neue Stützen gestellt.
Bild Fusszeile