Bachelorarbeit Luzia Blatter

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Diplomandin
Luzia Blatter
Betreuer
Andreas Forrer, dipl. Bauing. HTL
Experte
Urs Kast, dipl. Bauing. FH
Disziplin
Verkehrswegebau
Jahr
2015
Knoten Bahnhofstrasse –Alte Bahnhofstrasse, Herisau (AR )
Umbau eines Knotens mit neuer Vortrittsregelung

Mit dem Projekt «Arealentwicklung Bahnhof 67 Herisau» soll eine Fläche von ca. 73 000 m2 für Wohn- und Gewerbezwecke direkt beim Bahnhof Herisau entstehen. Das führt dazu, dass die bestehende Vortrittsregelung beim Knoten Bahnhofstrasse – Alte Bahnhofstrasse neu zu regeln ist.

Heute ist die Verbindung Spittel (Alte Bahnhofstrasse)– Obstmarkt (Bahnhofstrasse) vortrittsberechtigt, neu wird die Bahnhofstrasse als Hauptverbindungsstrasse durchgehend vor- trittsberechtigt und die Alte Bahnhofstrasse auf eine Lokalverbindungsstrasse zurückgestuft.

Ziel des Bauprojekts
Die veränderte Vortrittsregelung im Knoten führt dazu, dass alle Verkehrsflächen neu zu gestalten sind. Neben dem eigentlichen Dimensionieren aller betroffenen Strassen und des Knotens selbst sind auch alle Sicherheitsdefizite zu eliminieren. Gleichzeitig sind alle Bedürfnisse der Benutzer, insbesondere die der schwächsten Verkehrsteilnehmer (Fussgänger und Radfahrer), bestmöglichst zu berücksichtigen. Für die Realisierungszeit sind die Bauzustände und die Verkehrsführungen so zu planen, dass die Vorgabe des Kantons, jederzeit alle wichtigen Verbindungen offen zu halten, eingehalten ist.

Vorgehen
Zuerst wurden alle Sicherheitsmängel der bestehenden Anlage mit einer «Road Safety Inspection » systematisch erfasst und übersichtlich dargestellt. Die Hauptmängel waren sicherheitstechnischer Art: ungenügende Sicht- weiten und die Überforderung der Motorfahrzeuglenker durch die komplexe Situation; dies vor allem bei grossen Verkehrsmengen, was sich auch darin zeigte, dass am Knoten Bahnhofstrasse – Alte Bahnhofstrasse gehäuft Unfälle auftraten. Nach dieser Analyse wurden die Normalprofile der beiden zuführenden Strassen mittels eines Variantenstudiums erarbeitet. Die wichtigen Krterien für den Variantenentscheid war der Erhalt der Parkplätze, das Führen des Langsamverkehrs, die Trottoirbreiten und das optimale Lösen der Begegnungsfälle. Die Normalprofile enthalten nun für die bergwärts fahrenden Radfahrer einen einseitigen Radstreifen und Längsparkplätze auf dem Trottoir. Wegen der Strassenbreite wird die Bahnhofstrasse als Kernfahrbahn ausgestaltet, also ohne Leitlinie. Aufbauend auf den Geometrien der Normalprofile konnte man anschliessend diverse Knotenvarianten ausarbeiten. Die verschiedenen Varianten unterscheiden sich bei den Fussgängerschutzinseln, den Längsparkplätzen, dem Führen des Verkehrs in der Alten Bahnhofstrasse (Einbahn- oder Gegenverkehr) sowie den möglichen Fahrbeziehungen für die Motorfahrzeuge.

Ausgestaltung der Bestvariante
Zusammen mit der Bauherrschaft liess sich die Bestvariante festlegen, anschliessend begann das Ausarbeiten des Vorprojekts. Die Alte Bahnhofstrasse wird nun als Einbahnstrasse vom Spittel in Richtung Knoten befahren, der Zweiradverkehr nutzt die Strasse im Gegenverkehr, und um die Sicherheit der Fussgänger zu gewährleisten, erhält die Bahnhofstrasse eine Fussgängerschutzinsel. Die Parkplätze sind einseitig längs auf dem Trottoir angeordnet, und für die sichere Führung des linksabbiegenden Radverkehrs kommt in die Mitte des Knotens eine Querungshilfe zu liegen. Den Abschluss des Vorprojekts machten die Signalisations- und Markierungspläne. Wegen der Lage zwischen Bahnhof und Zentrum ist der Neubau des Knotens und der angrenzenden Strassen nur unter Verkehr möglich. Demzufolge sind die Bauarbeiten in neun Phasen zu unterteilen, um so den Verkehr, die Velofahrer und die Fussgänger möglichst wenig zu beeinträchtigen. Ziel der Bauphasen war es auch, den Strassenquerschnitt konfliktfrei den verschiedenen Benutzergruppen (Verkehr, Fussgänger, Bauunternehmung) zuzuteilen.

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