Bachelorarbeit Claudio Deiss

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Diplomand
Claudio Deiss
Betreuer
Harald Schuler, Prof. Dr.-Ing. TU/SIA
Experte
Michael Schumacher, dipl. Bauing. FH, M. Eng.
Disziplin
Massivbau
Jahr
2015
Tiefgaragendecke einer Wohnüberbauung in Liestal
Vergleich dreier verschiedener Deckensysteme

Die Wohnüberbauung Grienmattpark besteht 41 aus vier Bauk.rpern, die auf einer gemeinsamen Tiefgarage stehen. Deren Decke mit einer Gr.sse von ca. 35 x 45 m ist auf Stützen im Raster von rund 8 m Abstand gelagert. Darüber ist eine Spielwiese mit 45 cm Erdüberdeckung geplant. Die wirtschaftlichste Variante ergab sich aus dem Vergleich von drei verschiedenen Deckensystemen.

Neben den konventionellen Varianten Flachoder Unterzugsdecke untersuchte man zusätzlich eine Stahlbeton-V erbunddecke, eine sogenannte Holorib-Decke, die sich durch kurze Montage- und Bauzeiten auszeichnet.

MACHBARKEIT DER DECKENSYSTEME
Die Lage der Stützen und die daraus resultierenden Spannweiten waren durch das Projekt des Architekten gegeben. Um die Machbarkeit der verschiedenen Deckensysteme beurteilen zu können, waren die Verformungen der Decken im gerissenen Zustand zu berechnen. Die Flach- und die Unterzugsdecke konnten nach der Norm SIA 262 berechnet werden, für die Holorib-Decke waren eigene Ansätze zu entwickeln. Montana Bausysteme stellen die Bleche in Stärken von 0.75 bis 1.25 mm her, wegen der grossen Spannweiten kam aber nur das Blech mit einer Stärke von 1.25 mm infrage. Im Weiteren war aus konstruktiven Gründen die Deckenstärke auf 26 cm begrenzt, was dazu führte, dass der Nachweis der zulässigen Verformungen nicht erbracht werden konnte.

HANDRECHNUNGEN
In der Handrechnung wurde die Flachdecke nach der Methode des stellvertretenden Balkens analysiert. Dabei ergaben sich für beide Richtungen 5-Feld-Träger. Für die Gesamtverformungen wurden die Verformungen der beiden Tragrichtungen überlagert. Bei der Holorib-Decke trägt der Verbundquerschnitt in Querrichtung und liegt auf den Unterzügen auf, die gleich wie bei der Unterzugdecke dimensioniert wurden. Für den Nachweis des Holorib-Blechs ist zwischen Bau- und Endzustand zu unterscheiden. Im Bauzustand wirkt das Blech als Schalung und muss die Last des noch flüssigen Betons tragen. Der Hersteller liefert die Angaben für die zulässigen Feldmomente des Blechs, anhand derer sich die benötigte Anzahl provisorischer Abstützungen ermitteln lässt. Im Endzustand sind das Eigen- gewicht, die Erdauflast und die Nutzlast auf der Spielwiese zu berücksichtigen. Für den Tragsicherheitsnachweis des Verbundquerschnitts wurden eigene Überlegungen angestellt und mit einem eigenen Ansatz die Bemessung vorgenommen.

VERGLEICH MITTELS NUTZWERTANALYSE
Der Vergleich der Deckensysteme erfolgte mit einer Nutzwertanalyse. Die Auswertung – mithilfe von fünf Kriterien, die entsprechend ihrer Bedeutung gewichtet waren – zeigte, dass die Holorib-Decke am geeignetsten wäre. Wegen der Rahmenbedingungen der Decke konnten die Gebrauchstauglichkeitsanforderungen aber nicht eingehalten werden, selbst wenn noch zusätzliche Bewehrung angeordnet würde. Der Entscheid für die Ausführung fiel so letztendlich zugunsten der Flachdecke aus.

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